Über 90 Jahre Tradition und Wandel – Unsere Geschichte

Von der Schlosserei zum modernen metallbearbeitenden Unternehmen

1929 – Die Gründung

Das Unternehmen wird als Schlosserei in Weckesheim 1929 von Kurt Pieé gegründet. Kurt pflegt seine Hobbies: So repariert er – neben den üblichen Metallarbeiten –  Motorfahrzeuge und Fahrräder. Sein unternehmerischer Erfindungsgeist zeigt sich früh und 1938 baut er einen Opel Laubfrosch zur Kartoffeldämpfmaschine um. Damit kann er Bauern helfen, Kartoffeln zu Schweinefutter zu verarbeiten. Kurt Pieé ist im Ort gut bekannt. Schließlich ist er der erste mit einem eigenen PKW und wird gerne für dringende Taxifahrten gerufen. Seinen Geschäftssinn frönt er auf  vielerlei Weise: Kinder können sich für 10 Pfennig die Stunde einen Tretroller ausleihen, und auf dem Hof entsteht eine Tankstelle. Der Name Pieé steht für einen echten Allround-Handwerksbetrieb!

1967 – Die zweite Generation

1967 übernimmt Edwin Pieé die Firma von seinem Vater. Er arbeitet zu der Zeit bei der Firma Hartmann und Braun GmbH in Frankfurt, einem Hersteller von Mess- und Regeltechnik. Unter dem Begriff „verlängerte Werkbank“ bekommen seine Kollegen und er Maschinen mit nach Hause, damit sie auch am Wochenende Teile von zuhause aus fertigen können. Der väterliche Geschäftssinn scheint auf ihn abgefärbt zu haben, denn indem er weitere Aufträge annimmt, spezialisiert Edwin sich auf die Fertigung von Blechteilen und kann so das Unternehmen als Blechlohnfertiger etablieren.

1992–1999 – Ein Neuanfang mit der dritten Generation

1992 tritt Thomas Pieé, gelernter Dreher (Zerspanungsmechaniker), in das Unternehmen ein. Eigentlich ist er nicht der designierte Nachfolger, wird jetzt aber an allen Maschinen ausgebildet. Nach seiner Bundeswehrzeit kehrt er im April 1993 nach Hause zurück, mitten in die Nachwende-Krise. Es gibt Kurzarbeit und er findet einen veralteten Maschinenpark vor.

1993 steht der Betrieb kurz vor der Insolvenz.

1994 scheint die Krise überwunden und die Aufträge kommen zurück. Die Mannschaft ist deutlich reduziert und Thomas Pieé kann zu dem Zeitpunkt kein fundiertes Wissen in der Blechbearbeitung vorweisen. Er steht vor der Herausforderung, mit einer kleinen Mannschaft und ohne große Erfahrung das Unternehmen wieder aufzubauen. Mit Unterstützung der gesamten Familie, mit vielen durchgearbeiteten Sonn- und Feiertagen und nicht zuletzt Dank der Pieé-schen  Hartnäckigkeit schafft es Thomas, das Blatt zu wenden.

1995 wird die erste Laser-Maschine von Trumpf gekauft – ein Startschuss für die moderne CNC-Blechbearbeitung.

1997 verstärkte Nancy Pieé als kaufmännische Angestellte das Unternehmen.

1998 stirbt Edwin Pieé. Thomas erhält trotz fehlenden Meisterscheins, dafür mit einer Sachkundeprüfung, eine der seltenen Ausnahmegenehmigungen der Handwerkskammer. Er übernimmt den Betrieb alleine.

1999 gibt es viele Gründe zum Feiern: Thomas Pieé besteht die Meisterprüfung und das Unternehmen feiert sein 70-jähriges Bestehen.

2015 – Umzug und Wachstum

Mitte des Jahres zieht das Unternehmen aus der kleinen Werkstatt in Weckesheim nach Beienheim in eine 1.900 m2 große Produktionshalle mit 600 m2 Bürofläche. Das ehemalige Einzelunternehmen wird in zwei GmbH aufgeteilt: die Pieé CNC-Blechbearbeitung GmbH und die Pieé Color Pulverbeschichtung GmbH.

2019 – #grillwetter-Tonne

Das erste eigenes Produkt erblickt das Licht der Welt und geht in die Herstellung: Die #grillwetter-Tonne. Dabei handelt es sich um einen modularen Grill, der zu einem Gartenkamin umgebaut werden kann.

2023 – Die vierte Generation

Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Metallbauer und Erwerb des Meisterbriefs in 2025 arbeitet jetzt Nikolai Pieé im Unternehmen. Er bereitet sich darauf vor, schrittweise in die Unternehmensführung einzusteigen.

2024 – Heute

Beide Unternehmen erwirtschaften gemeinsam einen Jahresumsatz von 4,1 Millionen Euro und beschäftigen 39 Mitarbeitende aus 5 Nationen. Zu den wichtigsten Kunden zählen Hersteller von Verpackungsmaschinen, Absauganlagen für Reinräume, Hochleistungsscannern, Produkten für die Eventtechnik und viele andere.

2026 – Die Zukunft

Inzwischen steht in der Produktion eine TruMatic 5000 Fiber (Stanz-Laser-Kombination) mit energiesparender Festkörper-Laser-Technologie, die etwa 70 % weniger Strom benötigt als der bisherige Laser.